Filmkiste Karlsruhe

Kinder- und Jugendvideothek "Filmkiste Karlsruhe":
Medienerziehung kann spannend und preisgekrönt sein!

Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ), Standort Karlsruhe greift im Rahmen seiner Kinder- und Jugendvideothek Überlegungen auf, ein Filmangebot zur Verfügung zu stellen, das sich deutlich von anderen Anbietern wie Fernsehen oder Videotheken abhebt. Dabei soll es aber nicht einer bewahrpädagogisch ablehnenden Medienintention folgen. Vielmehr soll sich das Angebot interessanter und spannender Produktionen an den visuellen Wünschen und an der Blickwelt des jugendlichen Adressatenkreises orientieren.

Eine solche Kinder- und Jugendvideothek, die die Filme mit sehr viel Sorgfalt einkauft, versteht sich als ein Beitrag zur Schulung der Sehkultur und Erziehung gegen Gewalt.

Die Rezeption von Fernsehen und Video unterscheidet sich erheblich:
Beim Betrachten eines Videofilmes verweilt der/die Zuschauer/in bei einem Streifen, schaltet also nicht um und verfolgt eine Geschichte kontinuierlich. Zudem gibt es keine Werbeunterbrechungen. Geeignete Filme lassen sich gezielt auswählen und unabhängig von vorgegebenen Sendezeiten einsetzen. Durch die mehrmalige Wiederholungsmöglichkeit lassen sich Inhalte gezielt und adressatengerecht aufbereiten.

Aus diesen Gründen eignen sich sorgfältig ausgesuchte Videofilme besonders für den Einsatz im präventiven Bereich mit jüngeren Kindern in der Medienerziehung und sind dem unreflektierten Fernsehenkonsum vorzuziehen.

Vor diesem Hintergrund und als Reaktion auf Diskussionen zur Medienerziehung  u.a. mit Karlsruher Institutionen wie dem  Stadtjugendausschuss Karlsruhe e.V., startete das LMZ 1993 die Kinder- und Jugendvideothek Filmkiste Karlsruhe e.V. als praktischen Lösungsansatz.

Sie ist die erste medienpädagogische Einrichtung in Deutschland, die kooperativ von einer öffentlichen Anstalt, dem LMZ, und einem freien Träger, dem Stadtjugendausschuss, organisiert und betreut wird. Die  Jugendstiftung Baden-Württemberg hat die Finanzierung eines Teiles der Erstausstattung übernommen, den anderen Teil übernahm das LMZ. Ein Beirat, dem Pädagog(inn)en, Fachleute der Jugendhilfe und der Schulverwaltung angehören, bestimmt die Konzeption und die Erwerbspolitik.

Eine Einrichtung wie die Filmkiste Karlsruhe e.V., die für sich eine fundierte medienerzieherische Aufgabe in Anspruch nimmt, kann und darf sich nicht als bloße Videoverleihstelle sehen. Sie wird als offener Video-Club für Kinder und Jugendliche geführt. Angezeigt ist nicht weltfremde Abwehrpädagogik, sondern die Hinführung zum positiven und sicheren Umgang mit Medien. Der Bestandsaufbau der Verleihmedien soll zugleich auch Eltern und Erziehern dabei behilflich sein, sich im unübersichtlichen Videoangebot kompetent zurechtzufinden. Die Filmkiste Karlsruhe e. V. versteht sich deshalb auch als konstruktiver Beitrag zum gesellschaftspolitischen Problem „Medien und Gewalt“.

Schon bald nach der Eröffnung kooperierten LMZ und  Jugendbibliothek Prinz-Max-Palais sehr eng und erweiterten die Ausleihmöglichkeiten auf diese Zweigstelle der Stadtbibliothek in der Karlsruher Karlstraße.

Somit können die jungen Entleiher/innen mit einem Verbundausweis auch an beiden Stellen die Filme ausleihen. Darüber hinaus verfügen Bibliothek und LMZ über ein umfassendes Angebot von CD-ROMs im Lern- und Edutainment-Bereich und von DVDs für Schule und Freizeit.

Das LMZ prüft derzeit die Möglichkeit, in Stuttgart ebenfalls eine Kinder- und Jugendvideothek nach dem Vorbild der Filmkiste zu eröffnen.


Jahresbeitrag für die Filmkiste:

Kinder und Jugendliche € 5,-
Erwachsene € 15,-
Schulen € 50,-

Ausleihe:

 Stadtmedienzentrum Karlsruhe
Moltkestr. 64
76133 Karlsruhe


 

© Landesmedienzentrum Baden-Württemberg